IBiS – Grundschule "Maria Montessori" Wittenberge

Erasmusmeeting in Wittenberge

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Endlich ist es soweit und unsere Freunde aus Europa kommen zu Besuch, um mit uns nach dem Glück zu suchen.

Unser Projekt trägt den Namen Happiness in Lifelong Learning. Die Idee für dieses Projekt wurde in einem Cafe in Istanbul im Gespräch zwischen einer dänischen und einem deutschen Lehrer geboren und dankbar von Projektpartnern aus sieben europäischen Ländern aufgenommen. Seit über einem Jahr arbeiten Kinder und Lehrer zeitgleich an diesem spannenden Thema. Wir begannen mit dem Basteln unserer Mascottchen und entwickelten ein Mandalalogo. Wir lernten was das Glück an unseren Schulen ausmacht. Wir untersuchten die Kinderrechte, überlegten was wir brauchen um glücklich lernen zu können. Wir schrieben ein Lied vom Glück, musizierten und  tanzten gemeinsam. Wir drehten Filme gegen die Ausgrenzung von Kindern. Wir bastelten den Glückskuchen und entwickelten Rezepte zum glücklich sein. Wir gründeten ein Kinderparlament, die Kinder tauschen hier ihre Glücksideen aus. Wir besuchten uns gegenseitig, lernten neue Freunde kennen und verbesserten unsere Sprachkenntnisse. Wir haben festgestellt, dass wir oft glücklich sind.

Herzlich willkommen an der Montessorischule in Wittenberge. Die Arbeit an unserer Schule steht auf drei Säulen, der Montessoripädagogik, dem Projektlernen und der Inklusion. Wir arbeiten nach den Prinzipien der italienischen Ärztin und Pädagogin Maria Montessori. Folgendes Zitat beschreibt unsere Arbeit. „Hilf mir, es selbst zu tun. Zeige mir, wie es geht. Tu es nicht für mich. Ich kann und will es allein tun. Hab Geduld meine Wege zu begreifen. Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will. Mute mir Fehler und Anstrengung zu, denn daraus kann ich lernen.“ Damit dies von frühester Kindheit möglich ist nutzen wir die dafür entwickelten Montessorimaterialien mit denen die Kinder lernen können ohne dass der Pädagoge ständig sagt was zu tun ist. Die Materialien sind nur einmal im Klassenraum vorhanden, fokussieren auf den Lerninhalt und enthalten immer eine Selbstkontrolle. Das Kind wählt das Material, der Pädagoge erläutert die Arbeit mit dem Material und tritt dann zurück und beobachtet. Die Kinder werden so konsequent in ihrer Selbständigkeit gefördert lernen Interessenbezogen. Durch die Arbeit in jahrgangsübergreifenden Klassen fördern wir die Kooperation und das soziale Lernen.

„Die Aufgabe der Umgebung ist  nicht das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben sich zu offenbaren.“ So oft es geht greifen wir die Ideen der Kinder auf und gehen an reale Lernorte außerhalb der Schule. Die Kinder lernen in Projekten das Leben in unsere Gemeinschaft kennen und erwerben Fähigkeiten und Fertigkeiten im realen Kontext. Sie lernen von Beginn an Verantwortung für ihr Handeln in der Gemeinschaft zu übernehmen und erlangen damit Unabhängigkeit.

Auf dem Grabstein Montessoris in den Niederlanden ist folgender Spruch zu lesen. IO PREGO CARI BAMBINI CHE POSSONO TUTTO DI UNIRSI AME PER LA COSTRUZIONE DELLA PACE NEGLI UOMINI E NEL MONDO! Übersetzt bedeutet dieses: „Ich bitte die lieben Kinder, die alles können, mit mir zusammen für den Aufbau des Friedens zwischen den Menschen und in der Welt zu arbeiten“. Angesichts der aktuellen politischen Situation ist die Friedenspädagogik aktueller denn je. Maria Montessoris Wirken ankerte in ihrem Glauben, dass Kinder und Jugendliche, die in der Gemeinschaft zu starken Persönlichkeiten werden und im Miteinander trainiert sind, Mitgestalter einer friedlicheren Gesellschaft werden. An unserer Schule lernen Kinder mit und ohne Handicaps zusammen. Jeder kann der Gemeinschaft etwas geben und kann von der Gemeinschaft profitieren. Gemeinsam sind wir stark.

Ein letztes Zitat. Maria Montessori sagte: “Ob wir unsere Kinder korrekt bilden, erkennen wir daran, ob sie glücklich sind.“ Lasst uns in dieser Woche ein Stück weit gemeinsam an der Verwirklichung unseres Glücks arbeiten.

Wünsche und Ausblick für 2017

Die Schulgemeinschaft der Montessorischulen in Wittenberge wünscht allen Kindern, Eltern und Freunden einen guten Rutsch und Start in das Jahr 2017. Wir freuen uns auf das neue Jahr und alle Ereignisse, die darauf warten, erlebt zu werden. Bleibt gesund, froh, glücklich und zufrieden.

Vom 8. Januar bis 13. Januar freuen wir uns im Rahmen des Erasmus  Projekts auf Kinder und Pädagogen aus der Türkei, Griechenland, Slowenien, Dänemark, Portugal und England. Wir werden weiter an unserem Thema „HAPPINESS IN LIFELONG LEARNIG“ arbeiten. Ein Zitat von John Lennon: „Als ich fünf Jahre alt war, hat meine Mutter mir immer gesagt, dass es das Wichtigste im Leben sei, glücklich zu sein.“ Dem stimmen wir zu und suchen nach Indikatoren, Ideen und Methoden des Glücks beim lebenslangen Lernen.

Unser inklusiver Ansatz

Die vorbereitete Umgebung in unserer Montessorischule bietet hervorragende Möglichkeiten für die Lernmotivation. Sie sind einzigartig und schön, Kinder wollen mit ihnen lernen. Die Aufgabe des Pädagogen ist es, die Kinder zu  beobachten und nötige inspirierende Hinweise zu geben. Die Einzelfallhelfer unterstützen dabei einzelne Kinder mit großen Handicaps. Die Einrichtung unserer Räume bietet Möglichkeiten für konzentrierte Arbeit und Entspannung. Alle Räume sind offen und die Kinder dürfen sich frei bewegen. Sie haben die Möglichkeit zu entscheiden, was sie tun wollen. Das gilt für Kinder mit und ohne Handicaps.

Mit den Montessorimaterialien haben alle Kinder der Einrichtung die Möglichkeit entsprechend ihrem Entwicklungsstand zu lernen. An unserer Schule beginnt jeder Morgen mit einer Freiarbeit von 90 Minuten, in der die Kinder entsprechend ihren Interessen lernen. Dies gilt für alle Kinder, ob mit oder ohne Behinderungen. Einzelfallhelfer unterstützen die Kinder mit erheblichen Handicap in der Freiarbeit. Die Kinder wählen Materialien, erforschen diese und lernen. In unserer Schule können die Kinder frei wählen, ob sie den Kunstkurs und oder den  Chor besuchen, in der Fußball AG spielen oder sich ausruhen. Dies gilt selbstverständlich auch für Kinder mit Behinderungen.

Wir leben in unserer Schule den Alltag der Gesellschaft. Arbeits- und Erholungsphasen wechseln sich ab und die Kinder haben oft eine Wahlfreiheit. Sich zu entscheiden ist oft schwierig, schafft Unabhängigkeit, stärkt das Selbstwertgefühl und setzt ein hohes Maß an Eigenverantwortung voraus.

Das  Kindertherapiezentrum der IBiS – GmbH unterstützt unsere Arbeit. So ist es möglich ergotherapeutische, logopädische und physiotherapeutische Angebote, in den Schulalltag zu integrieren. Eltern werden entlastet, in der Schule findet ein Expertenaustausch statt. Kinder mit Behinderungen haben Stärken und Schwächen. Ihre vermeintlichen Schwächen berühren die Kinder und wecken ihr Mitgefühl und ihre Hilfsbereitschaft. Unsere Erfahrungen zeigen, dass das Üben von Solidarität Konfliktpotentiale minimiert. Alle Kinder wollen ihnen helfen, ihren Platz in der Gruppe zu finden. Sie sind eine Bereicherung, eine wichtige Stütze der Gemeinschaft.

inklusion

Verbraucherschule

„Hilf mir es selbst zu tun.“ Ganz schön verantwortungsvoll sind unsere  Schülerinnen und Schüler. Was schon für viele Erwachsene eine Herausforderung ist, haben die Grundschüler als Schuljahresprojekt umgesetzt: Der Beginn der Errichtung einer Schulfarm in Klein Lüben, die Eröffnung des offenen Begegnungsgartens am Horning. Die Kinder  planten, recherchierten,  organisierten mit die Finanzierung und verwalten das Erreichte. Da ist es doch klar, dass sie natürlich auch die eigene Schulfahrt nach Lüben und eine Summerschhool mit Gästen aus Europa selbst organisierten – inklusive Einkauf, kochen und Programmgestaltung. Verbraucherbildung wird an unserer Schule in Projekten und im Unterricht gelehrt und täglich gelebt – u.a. durch die Planung des Schulfrühstücks für etwa 60 Personen, das wöchentlich wechselnd von den Schülerinnen und Schülern übernommen wird. Gesunde Ernährung, Finanzplanung, Nachhaltigkeit – unsere Kinder erwerben viele Alltagskompetenzen durch selbstständige Gestaltung. Mit der Auszeichnung „Verbraucherschule 2016 -2018 Silber“ wurde das Engagement der Mädchen und Jungen gewürdigt.

 

 

Forumtheater -Ein Projekt mit dem Weißen Ring

An unserer Schule gibt es seit diesem Schuljahr einen Improvisationstheaterkurs mit Chady Seubert. Im Theater lernt man seine Gefühle zu zeigen und man kann in viele Rollen schlüpfen. Viele Kinder der Schule arbeiten jeden Donnerstag im Theaterkurs. Im Vorfeld  filmten Oliver und Kevin ein Projekt der Schauspieler.  Chady und ihre Kollegin Danielea spielten Forumtheaterszenen, um auf Opfer im alltäglichen Leben zu sensibilisieren.

Der Auftrittsort befand sich im Lokschuppen in Wittenberge. Die Jungen filmten aus verschiedenen Perspektiven und schnitten im Anschluss den Film. Es war schwierig den FIlm zu drehen, da die Szenen spontan entstanden. Der FIlm wurde dem Weißen Ring zur weiteren Verwendung übergeben.

 

Forum Theater – Notfall from Peter Awe on Vimeo.

Schulgeschichte

Auf dem Bild seht ihr ein Erinnerungsfoto zum Abschluss der ersten Klasse 1951. Es wurde auf der Treppe des damaligen Eingangs zur Schule im Horning (heute Hort) aufgenommen. Hier wurden Jungen von der ersten bis vierten Klasse unterrichtet.Ich wurde 1950 in der Schule im Horning eingeschult. Wir waren 28 Kinder in der Klasse und saßen im Unterricht an alten, zerschlissenen Zweierschulbänken aus Holz. Meine Schulmappe, die ich von meiner älteren Schwester übernehmen musste, war gegenüber den heutigen Mappen sehr klein. Es musste darin ja auch nur eine Schreibtafel aus Schiefer, ein kleines Holzkästchen, dem Griffelkasten, mit wenigen Schiefergriffeln darin zum Schreiben auf der Tafel, und eine Lesefibel Platz finden. An der Schreibtafel war an einer kurzen Schnur ein Schwamm befestigt, mit dem das Geschriebene auf der Tafel gelöscht werden konnte. Der Schwamm hing aus der Mappe heraus. De Lehrer war sehr streng und hat ein Stören oder Schwatzen im Unterricht schon mal mit einem Wangenkneifer oder mit einem Taktstockhieb auf die Finger bestraft. Ich bin trotzdem gern zur Schule gegangen, obwohl auch mein Schulweg hin und zurück jeweils 3 Kilometer betrug. Diesen musste ich sehr häufig zu Fuß und allein, bei jedem Wetter bewältigen. Meine Schulausbildung in Wittenberge habe ich nach 12 Jahren 1962 mit dem Abitur am heutigen Gymnasium beendet.

Am 3. September durfte ich dabei sein, als mein Enkelsohn im gleichen Schulgebäude im Horning, der heutigen Montessorischule, eingeschult wurde.

Ich wünsche ihm und allen anderen Schülern viel Spaß und Erfolg beim Lernen.

 

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Konstruieren und bauen mit Lehm im Hort

 

Seit wir einige Kisten kleiner Modellziegel und zwei große Töpfe mit Lehm zum Spielen im Hort bekommen haben, wird täglich gebaut und konstruiert, ja es werden richtige architektonische Meisterstücke entworfen. Immer höher und gewagter sind die Bauwerke der Erstklässler, die sich seit ihrer Einschulung mit Begeisterung auf Ziegel und Lehm stürzten. Das neueste Bauwerk erinnert an das Empire State Building und erhält gerade einen neuen Anbau, eine Zufahrt und einen Pool.

Wunderbar zu sehen ist, dass die Kinder sich gegenseitig unterstützen und je nach Lust und Laune immer wieder andere Teams entstehen die nachmittags das Bauwerk weiter bearbeiten und ihre eigenen Ideen einbringen. Da wird mit Gewissenhaftigkeit, Präzision und Konzentration zwei Stunden gebaut, überlegt, verworfen und neu begonnen. Und das ohne jegliche pädagogische Einmischung.