IBiS – Grundschule "Maria Montessori" Wittenberge

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Staatlich anerkannte Oberschule

Pünktlich zur Verabschiedung der ersten zehnten Klasse unserer Schule erhielten wir den oben genannten Titel. Unsere erfolgreiche Arbeit wird anerkannt.

Ausschnitte der Abschlussrede:

Maria Montessori, unsere Schule trägt ihren Namen, hat im Erdkinderplan beschrieben, worum es in der Sekundarstufe geht. „Hilf uns es gemeinsam zu tun.“ Die Lehrerinnen und Lehrer und eure Eltern haben in diesem Sinne mit euch gelebt. und wir hatten oft das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Ich danke euch allen für die Zusammenarbeit immer mit dem Blick auf die hier sitzenden prächtigen jungen Frauen und Männer. 

Dr. Montessori beschrieb im Erdkinderplan: „Menschen die Hände, aber keinen Kopf haben und Menschen, die einen Kopf aber keine Hände haben, sind in der modernen Gesellschaft in gleicher Weise fehl am Platze.“ Ihr seid die erste Lerngruppe unserer Schule, die diesen Weg beschritten hat. In den Studienzeiten habt ihr euren Kopf, in diversen Aktionen eure Hand geschult. Beispielgebend dazu möchte ich ein paar Aktivitäten aufzählen. Wir waren in der Oper in Berlin, wir haben van Gogh und Rembrandt in Amsterdam besucht, ihr habt eine eigene Ausstellung gestaltet, im Technikmuseum die Welt der Wissenschaft erlebt. Ihr habt einen Teil der Zimmer auf unserer Montessorifarm renoviert, einen Bauplatz auf dem Schulhof mit Gründach gezimmert, einen Bauwagen eingerichtet und künstlerisch gestaltet, Holzmöbel für den öffentlichen Raum gebaut, mit Lehm eine Bank errichtet, einen Mopedparkplatz geplant. 

Mit dem Eintritt in die Sekundarstufe begann bei vielen von euch die Pubertät Dr. Montessori schrieb: „Der Organismus wandelt sich um, seine Entwicklung schreitet schnell voran. Es ist das Alter der Zweifel und der Unschlüssigkeiten, der heftigen Gemütsbewegungen. Man hat diese Epoche mit Wiedergeburt bezeichnet. Das Individuum wird zu einem sozialen Neugeborenen. Der Erdkinderplan zielt vor allem darauf, die Wertschätzung der Personalität unter diesen schwierigen sozialen Bedingungen zu ermöglichen.“ In unzähligen Interviews habt ihr mir erlaubt ein Stück eurer Seele zu sehen und wir waren im Austausch, um Konflikte zu lösen und Handlungsstrategien zu entwickeln. In den Zielgesprächen habt ihr euren Eltern und mir euren Lernweg beschrieben. 

Montessori schrieb weiter: „Es geht darum, den jungen Menschen in den Stand zu versetzen, seine wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erreichen. Seine Persönlichkeit wird gewinnen aus der Tatsache, daß er auf der einen Seite sich fähig fühlt, im Leben durch seine eigenen Anstrengungen und seine eigenen Verdienste zu bestehen und daß er andererseits mit der Realität des Lebens in Berührung steht. Jede Arbeit hat Adel. Die einzige unwürdige Sache ist es, ohne Arbeit zu leben. Die Arbeit führt die Kinder mitten in das soziale Leben hinein, gleichzeitig durch Erfahrung und Studium.“ 

Ihr habt den offenen Garten vor der Schule errichtet, Kartoffeln gepflanzt, geerntet und für die gesamte Schulgemeinschaft gekocht, wir haben Obst geentet, mosten lassen, Marmelade gekocht und verkauft. Ihr habt verschiedene Aufgaben für eure Eltern erledigt und dabei Geld verdient. Ihr habt im „Famila“ gelernt, wie schön und gleichzeitig schwierig es ist, den Tag über zu arbeiten und dabei freundlich zu sein. 

Im Erdkinderplan steht: „Wenn sich durch Generationen hindurch ein sozialer Fortschritt verwirklicht, wird die Entwicklung dieser Kinder, wenn sie einst Erwachsene geworden sind, derjenigen ihrer augenblicklichen Lehrer überlegen sein.“ 

Mit eurer Entscheidung das eingenommene Geld nicht individuell aufzulisten, sondern jedem die gleiche Summe zu geben, obwohl der Arbeitsaufwand unterschiedlich war seid ihr einen Schritt gegangen, der eine solidarisch aufgestellte Gesellschaft möchte. Mit dieser Geste habt ihr mich überrascht und ich war von eurer Entscheidung tief beeindruckt. 

„Hilf uns, es gemeinsam zu tun!“ Ihr habt eine „Erfahrungsschule des sozialen Lebens durchlebt. Ich bin davon überzeugt, dass ihr davon in der Zukunft profitieren werdet. 


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