IBiS – Grundschule "Maria Montessori" Wittenberge

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Archiv für den Monat Juni 2020

Die Entwicklung und Anfertigung von Montessori Materialien

Ein wunderbares Abschlussgeschenk erhielten die Mädchen und Jungen von den ersten Absolventinnen und Absolventen unserer Schule. Sie stellten sich folgenden Anforderungen an ein Montessori Material. 

– Die Montessori Materialien fesseln die Aufmerksamkeit.   
– Die Montessori Materialien enthalten ein hierarchisches Ordnungsprinzip. 
– Die Materialien beinhalten eine Fehlerkontrolle.
– Die Materialien zeichnen sich durch Einfachheit aus.

Materialien für das Kinderhaus, für die Grundschule und die Sekundarstufe wurden geplant, angefertigt, präsentiert und in die Lerngruppen verteilt. Vielen Dank!

Hurra, es geht weiter! – Unser Opernprojekt „The Tadpole Princess“ wird fortgesetzt

Gute Nachrichten für unser Erasmus+ -Projekt! Ursprünglich wäre es im August beendet, aufgrund der Corona-Pandemie ohne weitere Mobilitäten und ohne einen würdigen Abschluss. Gemeinsam mit unseren Partnern aus Griechenland, Tschechien, Frankreich und Spanien haben wir bei unseren nationalen Agenturen eine Verlängerung des Projektzeitraums beantragt – mit Erfolg! So haben wir nun bis mindestens Ende Februar 2021 die Zeit, das Treffen in Quimper/ Frankreich nachzuholen und unser Opernprojekt „The Tadpole Princess“ bei uns in Wittenberge und Klein Lüben zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Voraussetzung bleibt, dass die Corona-Pandemie insgesamt weiter abebbt, wodurch Reisebeschränkungen in Europa weiter fallen können. Wir bleiben jedenfalls optimistisch und hoffen das Beste, so wie die Figur Simten in unserer gemeinsamen Oper!

It was indeed a very „Fine, fine day” – Über die feierliche Verabschiedung unser 6 – Klässler

Und schon wieder war es soweit – ein Schuljahr, und damit die Grundschulzeit der Lernenden aus der 6. Klassenstufe, ging zu Ende. Zu einer stimmungsvollen Abschlussfeier haben wir uns dieses Mal in Klein Lüben eingefunden, an dem Ort, der für die künftigen Montessori-Oberschüler zu einem wichtigen Lern- und Erfahrungsraum werden wird. Die Schülerinnen und Schüler haben ein buntes Programm zusammengestellt: der Chor trug u.a. Lieder unserer Oper vor, die Kinder sangen und tanzten. In einem Theaterstück nahmen die Mädchen und Jungen die verschiedenen Attitüden und Marotten ihrer Lernbegleiter auf die Schippe. Nach der feierlichen Zeugnisübergabe reflektierte Nora mit einer stimmungsvollen Rede die Zeit der gemeinsamen Arbeit und des Zusammenlebens. 

Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden, die diesen schönen Tag organisiert und gestaltet haben! Den Lernenden wünschen wir für ihre weitere Zukunft alles Gute! 

Staatlich anerkannte Oberschule

Pünktlich zur Verabschiedung der ersten zehnten Klasse unserer Schule erhielten wir den oben genannten Titel. Unsere erfolgreiche Arbeit wird anerkannt.

Ausschnitte der Abschlussrede:

Maria Montessori, unsere Schule trägt ihren Namen, hat im Erdkinderplan beschrieben, worum es in der Sekundarstufe geht. „Hilf uns es gemeinsam zu tun.“ Die Lehrerinnen und Lehrer und eure Eltern haben in diesem Sinne mit euch gelebt. und wir hatten oft das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Ich danke euch allen für die Zusammenarbeit immer mit dem Blick auf die hier sitzenden prächtigen jungen Frauen und Männer. 

Dr. Montessori beschrieb im Erdkinderplan: „Menschen die Hände, aber keinen Kopf haben und Menschen, die einen Kopf aber keine Hände haben, sind in der modernen Gesellschaft in gleicher Weise fehl am Platze.“ Ihr seid die erste Lerngruppe unserer Schule, die diesen Weg beschritten hat. In den Studienzeiten habt ihr euren Kopf, in diversen Aktionen eure Hand geschult. Beispielgebend dazu möchte ich ein paar Aktivitäten aufzählen. Wir waren in der Oper in Berlin, wir haben van Gogh und Rembrandt in Amsterdam besucht, ihr habt eine eigene Ausstellung gestaltet, im Technikmuseum die Welt der Wissenschaft erlebt. Ihr habt einen Teil der Zimmer auf unserer Montessorifarm renoviert, einen Bauplatz auf dem Schulhof mit Gründach gezimmert, einen Bauwagen eingerichtet und künstlerisch gestaltet, Holzmöbel für den öffentlichen Raum gebaut, mit Lehm eine Bank errichtet, einen Mopedparkplatz geplant. 

Mit dem Eintritt in die Sekundarstufe begann bei vielen von euch die Pubertät Dr. Montessori schrieb: „Der Organismus wandelt sich um, seine Entwicklung schreitet schnell voran. Es ist das Alter der Zweifel und der Unschlüssigkeiten, der heftigen Gemütsbewegungen. Man hat diese Epoche mit Wiedergeburt bezeichnet. Das Individuum wird zu einem sozialen Neugeborenen. Der Erdkinderplan zielt vor allem darauf, die Wertschätzung der Personalität unter diesen schwierigen sozialen Bedingungen zu ermöglichen.“ In unzähligen Interviews habt ihr mir erlaubt ein Stück eurer Seele zu sehen und wir waren im Austausch, um Konflikte zu lösen und Handlungsstrategien zu entwickeln. In den Zielgesprächen habt ihr euren Eltern und mir euren Lernweg beschrieben. 

Montessori schrieb weiter: „Es geht darum, den jungen Menschen in den Stand zu versetzen, seine wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erreichen. Seine Persönlichkeit wird gewinnen aus der Tatsache, daß er auf der einen Seite sich fähig fühlt, im Leben durch seine eigenen Anstrengungen und seine eigenen Verdienste zu bestehen und daß er andererseits mit der Realität des Lebens in Berührung steht. Jede Arbeit hat Adel. Die einzige unwürdige Sache ist es, ohne Arbeit zu leben. Die Arbeit führt die Kinder mitten in das soziale Leben hinein, gleichzeitig durch Erfahrung und Studium.“ 

Ihr habt den offenen Garten vor der Schule errichtet, Kartoffeln gepflanzt, geerntet und für die gesamte Schulgemeinschaft gekocht, wir haben Obst geentet, mosten lassen, Marmelade gekocht und verkauft. Ihr habt verschiedene Aufgaben für eure Eltern erledigt und dabei Geld verdient. Ihr habt im „Famila“ gelernt, wie schön und gleichzeitig schwierig es ist, den Tag über zu arbeiten und dabei freundlich zu sein. 

Im Erdkinderplan steht: „Wenn sich durch Generationen hindurch ein sozialer Fortschritt verwirklicht, wird die Entwicklung dieser Kinder, wenn sie einst Erwachsene geworden sind, derjenigen ihrer augenblicklichen Lehrer überlegen sein.“ 

Mit eurer Entscheidung das eingenommene Geld nicht individuell aufzulisten, sondern jedem die gleiche Summe zu geben, obwohl der Arbeitsaufwand unterschiedlich war seid ihr einen Schritt gegangen, der eine solidarisch aufgestellte Gesellschaft möchte. Mit dieser Geste habt ihr mich überrascht und ich war von eurer Entscheidung tief beeindruckt. 

„Hilf uns, es gemeinsam zu tun!“ Ihr habt eine „Erfahrungsschule des sozialen Lebens durchlebt. Ich bin davon überzeugt, dass ihr davon in der Zukunft profitieren werdet.