IBiS – Grundschule "Maria Montessori" Wittenberge

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Treffen mit der Urenkelin Maria Montessoris

Am 09.10.2017 konnten Interessierte einen besonders informativen Abend erleben. Im „Art Stalker“ in Berlin-Charlottenburg war Carolina Montessori, Urenkelin Maria Montessoris, zu Gast. Eingeladen wurde sie von Gritje Zerndt vom Montessori-Labor Berlin, an deren Montessori-Diplomkursen auch Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule teilnehmen.  In einem knapp zweistündigen Bildvortrag erfuhren wir neben bereits bekannten Fakten aus Maria Montessoris bewegtem Leben auch viele teils intime und private Details zur Persönlichkeit der berühmten Reformpädagogin. Da Carolina Montessori auch Verwalterin des Montessori-Familienarchivs ist und bereits in zwei Bänden private Briefwechsel und Tagebücher ihrer Urgroßmutter veröffentlicht hat, konnte sie den Vortrag mit teils unveröffentlichten Fotos und Dokumenten anreichern. So gelang es Frau Montessori, ihre berühmte Urgroßmutter facettenreich und auch aus ungewöhnlicher Perspektive zu beschreiben.

Als Frau, Ärztin, Pädagogin und Revolutionärin in einer von Männern dominierten Welt war Maria Montessori einerseits Zwängen unterworfen, die sie unter anderem dazu brachten, ihren unehelichen Sohn fortzugeben. Andererseits war die geniale Wissenschaftlerin eine leidenschaftliche Forscherin und eine überaus starke Persönlichkeit, die immer wieder mit Freunden und Anhängern brach, wenn es zu Meinungsverschiedenheiten kam.

Besonders illustrierend waren Frau Montessoris Ausführungen zur Beziehung ihrer Urgroßmutter zu Giuseppe Montesano. Carolina Montessori stellte richtig, dass Montesano durchaus ernsthaft um Maria Montessori bemüht gewesen sei, mehrfach um ihre Hand angehalten habe und den gemeinsamen Sohn Mario mit ihr zusammen aufziehen wollte. Da eine Heirat Maria Montessori gezwungen hätte, ihre Arbeit aufzugeben, lehnte sie stets ab. Als ihr Sohn Mario im Alter von 14 Jahren zu ihr zog, zeigte sie sich als eifersüchtige und bestimmende Person, die einen Bruch zwischen Vater und Sohn provozierte.

Mario, Carolina Montessoris Großvater, sollte dennoch zum engsten Vertrauten und Begleiter seiner Mutter werden. Er begleitete sie weltweit auf ihren Reisen, übersetzte für sie ins Englische und war in ihrer Nähe, als sie im Alter von 82 Jahren – inmitten der Planung ihrer nächsten Reise –  starb.

Insgesamt war Carolina Montessoris Vortrag eine Bereicherung für alle, die unabhängig von ihrer Pädagogik mehr über die Persönlichkeit und das familiäre Wirken Maria Montessoris erfahren wollten.

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